Drei Nettokaltmieten Kaution (§ 551 BGB), dazu Umzug, Möbel und die erste Miete: Wer eine neue Wohnung bezieht, braucht schnell mehrere Tausend Euro auf einmal. Eine Mietkautionsversicherung, genauer eine Mietkautionsbürgschaft, ersetzt die Barkaution. Du zahlst einen jährlichen Beitrag, und der Versicherer bürgt gegenüber deinem Vermieter. Das hilft vor allem Auswanderern und Fachkräften, die gerade erst in Deutschland angekommen sind. Einen Haken hat das Modell trotzdem, und den solltest du vor dem Abschluss kennen.
Das Wichtigste in Kürze
| Was ist versichert? | Eine Bürgschaft gegenüber deinem Vermieter in Höhe der vereinbarten Mietkaution, höchstens drei Nettokaltmieten nach § 551 BGB. |
|---|---|
| Was ist nicht versichert? | Deine eigenen Schulden: Was der Versicherer an den Vermieter zahlt, fordert er von dir zurück. Schäden an der Wohnung zahlt nicht diese Versicherung. Details |
| Für wen sinnvoll? | Für alle, die beim Einzug die Kaution nicht bar hinterlegen können oder wollen, etwa direkt nach der Einreise, im Studium oder wenn die alte Kaution noch nicht zurück ist. |
| Was kostet das? | Grober Richtwert: rund 5 % der Kautionssumme pro Jahr, bei 2.400 € Kaution also etwa 120 € jährlich. Viele Tarife haben einen Mindestbeitrag. (Quelle: GDV) Unverbindlicher Richtwert (Stand 2026); dein Beitrag hängt von deiner Situation ab. Deinen genauen Beitrag berechnest du im Vergleichsrechner auf dieser Seite. |
| Worauf achten? | Vorher klären, ob der Vermieter eine Bürgschaft akzeptiert, auf den Mindestbeitrag achten und die Bürgschaftsurkunde nach dem Auszug zurückfordern. |
Die Geschichte von Arjun: Angekommen, aber noch nicht flüssig
Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung, Personen und Handlung sind frei erfunden.
Arjun ist Softwareentwickler aus Bengaluru und kommt mit einer Blauen Karte nach Münster. Nach drei Wochen in einem möblierten Zimmer findet er eine Zweizimmerwohnung für 900 Euro kalt. Der Vermieter möchte 2.700 Euro Kaution. Dazu kommen die erste Miete, eine gebrauchte Küche und das Umzugsunternehmen. Sein erstes deutsches Gehalt kommt erst Ende des Monats, und ein großer Teil seiner Ersparnisse liegt noch auf einem Konto in Indien, von dem Überweisungen Tage dauern.
Arjun fragt den Vermieter, ob er statt der Barkaution eine Bürgschaft akzeptiert. Der ist einverstanden, solange die Urkunde vor der Schlüsselübergabe vorliegt. Arjun schließt online eine Mietkautionsversicherung ab. Die Bonitätsprüfung klappt, weil er schon ein deutsches Girokonto und einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat. Die Urkunde geht direkt an den Vermieter, der Beitrag liegt bei rund 135 Euro im Jahr. Die 2.700 Euro bleiben auf Arjuns Konto, und er kann die Wohnung einrichten, ohne den Dispo anzufassen.
Drei Jahre später zieht Arjun in eine größere Wohnung. Der Vermieter verlangt 400 Euro für beschädigte Fliesen im Bad. Der Versicherer informiert Arjun, bevor er zahlt. Arjun hält die Forderung für berechtigt, der Versicherer zahlt und holt sich die 400 Euro danach von ihm zurück. Im Ergebnis hat Arjun rund 400 Euro Beitrag gezahlt, die er nicht zurückbekommt. Für ihn war das in Ordnung, denn in den ersten Wochen in Deutschland war Liquidität wichtiger als Zinsen. Zum Schluss sorgt er noch dafür, dass der Vermieter die Bürgschaftsurkunde zurückschickt. Erst dann endet der Vertrag.
So funktioniert die Mietkautionsversicherung
Der Name führt ein wenig in die Irre. Abgesichert ist nicht dein Risiko, sondern das deines Vermieters. Der Versicherer übernimmt eine Bürgschaft über die Kautionssumme und schickt die Bürgschaftsurkunde an den Vermieter. Hat der Vermieter nach deinem Auszug berechtigte Forderungen, etwa offene Miete, eine Nebenkostennachzahlung oder Schäden an der Wohnung, wendet er sich an den Versicherer. Der zahlt und fordert das Geld anschließend von dir zurück.
Nach § 551 BGB darf die Kaution höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Bei einer Barkaution darfst du sie in drei Monatsraten zahlen, die erste zu Beginn des Mietverhältnisses. Der Vermieter muss das Geld getrennt von seinem eigenen Vermögen anlegen, und nach dem Auszug bekommst du es samt Zinsen zurück, abzüglich berechtigter Forderungen. Bei der Versicherung zahlst du stattdessen jedes Jahr einen Beitrag, der verloren ist. Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) nennt als Richtwert rund fünf Prozent der Kautionssumme pro Jahr.
Für wen sich die Kautionsbürgschaft lohnt
- Neu in Deutschland: Nach der Einreise kommen Flug, Übergangsunterkunft, Möbel und Einrichtung zusammen. Das erste Gehalt kommt erst am Monatsende, und Geld aus dem Heimatland zu überweisen dauert manchmal Tage. Die Bürgschaft hält dir in dieser Phase den Rücken frei.
- Studierende und Auszubildende: Wer kaum Rücklagen hat, muss für die Kaution keinen Kredit aufnehmen und keine Eltern um Hilfe bitten.
- Umzug mit Überschneidung: Die alte Kaution kommt oft erst Monate nach dem Auszug zurück, während die neue schon fällig ist. Die Bürgschaft überbrückt diese Lücke.
Kannst du die Kaution ohne Probleme bar zahlen, fährst du in der Regel günstiger. Die Barkaution wird verzinst, der Versicherungsbeitrag ist weg. Nach fünf Jahren hast du bei fünf Prozent Beitrag bereits ein Viertel der Kaution bezahlt, ohne dass irgendetwas passiert ist. Eine Mietkautionsversicherung ist deshalb ein Werkzeug für einen Engpass, keine Dauerlösung für jeden.
Worauf du vor dem Abschluss achten solltest
- Zustimmung des Vermieters: Einen Anspruch auf eine Bürgschaft statt Barkaution hast du nicht. Frag vorher und lass die Vereinbarung im Mietvertrag festhalten.
- Bonitätsprüfung: Die Versicherer prüfen deine Zahlungsfähigkeit, meist über die Schufa. Ob ein Anbieter dich ohne Schufa-Historie annimmt, ist unterschiedlich. Ein deutsches Girokonto und ein Arbeitsvertrag helfen.
- Mindestbeitrag: Viele Tarife verlangen einen Mindestbeitrag pro Jahr. Bei kleinen Kautionen liegt der tatsächliche Prozentsatz dann deutlich über fünf Prozent.
- Widerspruchsrecht: Achte darauf, dass der Versicherer dich vor einer Zahlung an den Vermieter informiert und du widersprechen kannst.
- Vertragsende: Der Vertrag läuft, bis der Vermieter die Bürgschaftsurkunde zurückgibt. Wer das nach dem Auszug vergisst, zahlt weiter.
Den Vergleich binde ich über meinen Partner Covomo ein, dort kannst du direkt online abschließen. Hast du Fragen zu den Bedingungen oder zur Absprache mit dem Vermieter, melde dich gern bei mir, auch auf Englisch. Welche Versicherungen nach der Ankunft sonst noch wichtig sind, liest du im Artikel Neu in Deutschland.
Was nicht versichert ist
Eine Mietkautionsversicherung ersetzt nur die Sicherheit für den Vermieter. Diese Punkte deckt sie nicht ab:
- Deine eigenen Schulden: Zahlt der Versicherer an den Vermieter, holt er sich das Geld von dir zurück. Offene Miete oder Schäden musst du am Ende selbst tragen.
- Schäden an der Wohnung: Die Mietkautionsversicherung ist keine Haftpflicht. Beschädigst du etwas in der Mietwohnung, kann je nach Tarif deine Privathaftpflicht mit Mietsachschäden einspringen.
- Deine eigenen Sachen: Möbel, Laptop und Kleidung schützt die Hausratversicherung, nicht die Kautionsbürgschaft.
- Beiträge und Zinsen: Die Beiträge bekommst du nicht zurück, und anders als bei der Barkaution gibt es keine Zinsen.
- Streit mit dem Vermieter: Geht es um eine umstrittene Forderung vor Gericht, hilft dir eine Rechtsschutzversicherung mit Wohnungs-Rechtsschutz, nicht die Bürgschaft.
So helfe ich dir im Schadenfall
Als dein Makler stehe ich rechtlich auf deiner Seite, nicht auf der des Versicherers. Das zählt vor allem dann, wenn etwas passiert. So gehen wir vor:
-
1. Schnell melden
Sag mir so schnell wie möglich Bescheid, per WhatsApp, Telefon, E-Mail oder direkt in der simplr-App. Viele Bedingungen verlangen eine unverzügliche Meldung.
-
2. Alles dokumentieren
Sichere Fotos, Rechnungen, Berichte und die Namen aller Beteiligten. Gute Unterlagen beschleunigen die Bearbeitung erheblich. So schreibst du die Schadensmeldung.
-
3. Forderung des Vermieters prüfen
Bevor der Versicherer zahlt, informiert er dich. Prüf die Forderung mit Übergabeprotokoll und Fotos und widersprich schriftlich, wenn sie nicht stimmt. Was der Versicherer zahlt, holt er sich später von dir zurück.
-
4. Ich kümmere mich
Ich reiche den Fall beim Versicherer ein, halte nach und prüfe die Abrechnung. Lehnt der Versicherer ab oder kürzt er, prüfen wir die Gründe gemeinsam. Was du nach einer Ablehnung tun kannst.
Tarife selbst vergleichen
Nutze unseren Vergleichsrechner, um schnell deinen Beitrag zu berechnen und die passenden Tarife zu vergleichen. Ein Online-Abschluss ist direkt möglich.
Vergleichsrechner von Covomo Versicherungsvergleich GmbH
Zum Schutz deiner Daten wird der Rechner erst nach deinem Klick geladen. Dabei wird deine IP-Adresse an Covomo Versicherungsvergleich GmbH übertragen, der Anbieter kann auch Cookies setzen. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.